Diskografie

LPs / Long Player

1979 - Dschinghis Khan

Moskau  (5’58)

Komm doch heim  (4’16)

Samurai  (4’44)

Rockin' Son of Dschinghis Khan  (4’16)

Pass auf, der Drache kommt*  (3’40)

Dschinghis Khan  (3’00)

Israel, Israel  (5’38)

China Boy**  (3’54)

Sahara  (3’00)

Puszta **  (3’15)

Der Verräter  (5’35)


 

 

 

Alle Titel von Ralph Siegel/Bernd Meinunger, außer

*Steve Bender/Bernd Meinunger

**Norbert Daum/Werner Schüler

***Leslie Mandoki/Bernd Meinunger


Kurzkritik:

"Dschinghis Khan", das erste Album der gleichnamigen Gruppe, schlug 1979 voll ein und erfüllte voll und ganz die Erwartungen der Fans, die durch die ersten beiden Singles "Dschinghis Khan" und "Moskau" geweckt worden waren. Das Konzept, geschichtliche und geografische Themen in Liedform zu bringen und durch eine interessante und auch stimmlich vielfältige Band präsentieren zu lassen, wurde konsequent durchgehalten. Kein Wunder also, dass Songs wie "Rocking Son" oder "Verräter" damals in die BRAVO Charts einstiegen, ohne als Single veröffentlicht worden zu sein und auch heute noch zu den absoluten Favoriten altgedienter D.K.-Fans zählen. Ein Album aus einem Guss und nach wie vor mit das beste, was der deutsche Pop-Markt je hervor gebracht hat. Die Musikwelt und die Fans waren gespannt, was nach diesem Hammer kommen würde.


1980 - Rom

Rom  (5’50)

Madagaskar*  (4’35)

Kaspar Hauser**  (4’44)

Mann und Frau  (4’13)

Käpt'n Nemo***  (5’25)

Die Fremden  (5’05)

Sierra Nevada  (4’44)

Machu Picchu  (7’08)

Kon Tiki  (3’51)

Tiger, Tiger  (4’44)


+ Bonus Tracks:

Moskau (Single Version)

Hadschi Halef Omar

Der Verräter

Dschinghis Khan


Alle Titel von Ralph Siegel/Bernd Meinunger, außer

*Hanne Haller/Bernd Meinunger

**Wolfgang Heichel/Bernd Meinunger

***Ralph Siegel/Steve Bender/Leslie Mandoki


Kurzkritik:

"Rom", das Nachfolge-Album zum gold- und platinveredelten Debut "Dschinghis Khan", hatte einen schweren Stand. Obwohl es erstmals von der Ariola auch mit Fernsehwerbung unterstützt wurde, konnte es nur schwer mit dem Vorgänger mit halten. Zwar hatte es ebenfalls mit "Hadschi Halef Omar" und dem Titelsong "Rom" zwei Singles, die es an die Spitze der Charts geschafft hatten, aber das Album selbst erreichte nicht mehr die Top-Position. Im Rückblick betrachtet eigentlich unverständlich, denn neben den erwähnten Single-Hits enthielt der Long Player auch solche Juwelen wie das siebenminütige (!) Opus "Machu Picchu", das in Japan später ein Riesenhit wurde und den Ohrwurm "Käpt'n Nemo", der durch die brilliante Stimme von Steve Bender unvergesslich bleibt. Möglicherweise wollte das Publikum nicht noch einmal für die schon auf dem ersten Album erschienenen Bonus-Tracks bezahlen...


1980 - Viva

Rom  (5’50)

Madagaskar*  (4’35)

Kaspar Hauser**  (4’44)

Mann und Frau  (4’13)

Käpt'n Nemo***  (5’25)

Die Fremden  (5’05)

Sierra Nevada  (4’44)

Machu Picchu  (7’08)

Kon Tiki  (3’51)

Tiger, Tiger  (4’44)

 

 

 

 

 

Alle Titel von Ralph Siegel/Bernd Meinunger, außer

*Hanne Haller/Bernd Meinunger

**Wolfgang Heichel/Bernd Meinunger

***Ralph Siegel/Steve Bender/Leslie Mandoki

1981 - Wir sitzen alle im selben Boot

Wir sitzen alle im selben Boot   (4’03)

Pistolero   (4’17)

Windjammer   (3’58)

Die Fremdenlegion (Armee der Verlorenen Seelen)   (4’40)

Michael   (4’18)

Loreley   (4’10)

What shall we do with the drunken Sailor   (3’54)

Goodbye, Hawaii*   (4’43)

Aladin**   (3’25)

We Love You***   (2’40


 

 

Alle Titel von Ralph Siegel/Bernd Meinunger,

außer

*Wolfgang Heichel/ Bernd Meinunger

**Leslie Mandoki/Bernd Meinunger

***Wolfgang Heichel

"Michael" und "What shall we do" (Trad., bearbeitet von Norbert Daum)


Kurzkritik:

Das dritte Album der Band, und man könnte es beinahe schon den Anfang vom Ende nennen, zumindest einen Schritt in die falsche Richtung. Zunächst einmal mussten die Fans den Ausstieg des beliebten "Glatzkopfes" Steve Bender verkraften, der - offiziell aus gesundheitlichen Gründen - die Gruppe verließ. "Pistolero" , die erste Single, wurde zwar noch mit Steve zusammen aufgenommen, auf dem Cover erschien er aber schon nicht mehr. Der zweite "Fehler" war es, die markante Figur des Solo-Tänzers Louis den anderen gleich zu stellen und somit auf den Blickfang der Band zu verzichten. Und schließlich waren die volkstümlich angehauchten Folge-Singles "Loreley" und "Wir sitzen alle im selben Boot" nicht gerade das, was man nach den überwiegend exotischen Themen der ersten beiden Alben erwarten durfte. Zwar enthält das Album auch den bärenstarken, oft unterschätzen Titel "Die Fremdenlegion", aber Songs wie "Michael" oder "What shall we do" litten an nicht gerade überzeugenden Arrangements. Seltsamerweise schaffte es der Heichel-Song "We love you" zum Titelsong einer brasilianischen Tele-Novela.


1982 - Helden, Schurken & der Dudelmoser

Der Dudelmoser  (3’43)

Rocky Marciano  (3’18)

Ivanhoe  (3’42)

Pablo Picasso   (3’24

Billy the Kid  (4’04)

James Bond*   (3’35)

Klabautermann   (4’12)

Robinson  (3’39)

Mata Hari**  (4’00)

Rübezahl  (2’44)

Tut Ench Amun  (3’43)

Helden und Schurken***  (3’20)


 

 

Alle Titel von Ralph Siegel/Bernd Meinunger,

außer

*Wolfgang Heichel/ Jürgen Gronholz

**Ralph Siegel/Kurt Hertha

***Leslie Mandoki/Werner Schüler


Kurzkritik:

Das vierte Album bedeutete den Versuch der Band, mit der gerade über (West-)Deutschland hereinbrechenden Neuen Deutschen Welle Schritt zu halten. Als Vorbilder dienten Bands wie Rheingold, die viel mit Synthesizer-Klängen arbeiteten. Dies war an Titeln wie der ersten Single "Klabautermann" oder auch an "Pablo Picasso" deutlich zu hören. Doch um ganz auf den fahrenden Zug auszuspringen, fehlte wohl der Mut. Daher bleibt das Album irgendwo im Niemandsland zwischen Neuer Deutscher Welle, Schlager und den bewährten D.K.-Mustern (z.B. bei "Tut Ench Amun") hängen. Insgesamt aber doch ein stärkeres Werk als der Vorgänger, das eine Vielzahl interessanter Persönlichkeiten behandelte und auch musikalisch, wie z.B. bei "Rocky Marciano", durchaus interessante Ansätze zeigte. Es enthält allerdings auch den unter Fans äußerst umstrittenen "Dudelmoser", der von den einen als pure Volksmusik bezeichnet wird, für andere ein temporeicher, fröhlicher Popsong ist. Als Fazit bleibt aber festzustellen, dass die Zeit an Dschinghis Khan vorbei gegangen war. Es musste ein neuer Weg beschritten werden.

 

1983 - Corrida

La Corrida (Opening)  (1’39)

Oh Miguel  (3’25)

Miguels Traum  (3’45)

Eine Rose für Maria Madalena  (4’04)

Auf der Straße nach Madrid  (4’35)

Los Gitanos  (4’18)

Juanita Elena  (3’58)

Life is good - Life is scheen  (3’49)

Einst wird kommen der Tag  (3’56)

El Diablo  (2’52)

Dir darf nichts gescheh'n, Miguel  (3’44)

Einzug in die Plaza de Torros  (1’44)

Corrida  (3’32)

Olé Olé  (4’16)


Alle Titel von Ralph Siegel/Bernd Meinunger


Kurzkritik:

"Corrida", das fünfte, und, wie es sich heraus stellen sollte, letzte Album von Dschinghis Khan, ist eine verkannte Perle der deutschen Popmusik. Ralph Siegel und Bernd Meinunger hatten die Idee und den Mut, ein deutsches Musical zu schreiben, zu einer Zeit, als in Deuschland noch kein Mensch von Musicals oder gar Musical-Hallen sprach. Erzählt wird die Geschichte des Waisenjungen Miguel, der sich aus der Gosse Spaniens zum gefeierten Star-Torrero hochkämpft. Eine LP, für die das Publikum und auch die Dschinghis Khan-Fans im Jahr 1983 offensichtlich noch nicht bereit waren. Das Album floppte, die ausgekoppelten Titel "Corrida/ Olé Olé" schafften es - trotz eines umjubelten Auftrittes in "Wetten dass" - nicht in die Charts und Dschinghis Khan verschwanden in der Folge für zwei Jahre in der Versenkung. "Corrida", die Platte mit den zwei Seiten: Einerseits markierte das Musical den geforderten musikalischen Richtungswechsel, andererseits trugen die sehr mäßigen Verkaufszahlen schließlich zum Ende von Dschinghis Khan bei.

 

Zwar veröffentlichte die Band 1983 noch die Single "Himalaja", die allerdings völlig unterging und meldete sich 1985 noch einmal mit der Single "Mexico" (samt der starken B-Seite "Rund um die Welt") zurück, was auch noch einige TV-Präsenz mit sich brachte, aber dann war Schluss. Das geplante (nach anderen Stimmen auch bereits eingespielte) Album "Rund um die Welt" erblickte nie das Licht derselben. Dschinghis Khan waren am Ende und lösten sich schließlich sang- und klanglos auf - wenn man von dem völlig missglückten Experiment der Dschinghis Khan Family (1987) absieht.