1986 bis heute

Die D.K. Family (1986-88)

Zur Grand Prix-Vorentscheidung 1986 trat – für die meisten Fans völlig überraschend – die „Dschinghis Khan Family“ mit dem Titel "Wir gehör'n zusammen" an. Von der ursprünglichen Formation blieben Henriette Heichel (jetzt wieder unter ihrem Mädchennamen Strobel), Louis Henrik Potgieter und Leslie Mándoki. Dazu kamen drei mehr oder weniger unbekannte Gesichter: Christin Sargent-Brandt, Mike Toole und Jürgen Gronholz. Letzterer hatte bereits 1982 für das Dschinghis Khan-Album "Helden, Schurken & der Dudelmoser" gemeinsam mit Wolfgang Heichel den Titel "James Bond" geschrieben. Bei Mike Toole handelte es sich um einen ebenfalls bei Jupiter unter Vertrag stehenden englischen Sänger und Bassisten. Der Song "Wir gehörn zusammen" stammte vom Autorenteam Ralph Siegel und Bernd Meinunger, die auch den Grand Prix Hit 1979 geschrieben hatten.

 

Die DK Family kam hinter Ingrid Peters auf den zweiten Platz. Die Single „Wir gehör’n zusammen“ erschien mit der B-Seite „The Other Side of Fame“, in dem die Licht- und Schattenseiten eines Lebens als Showstar beschrieben werden. Danach folgte noch eine Maxi-Single "Can't Stop Now/Fang mich auf" b/w "The Other Side Of Fame" und "We Belong Together" (der englischen Version von "Wir gehör'n zusammen") und dann war auch mit der "Family" Schluss.


Die Mitglieder der DSCHINGHIS KHAN FAMILY (v.l.)

 

Jürgen Gronholz

28.4.19XX, Bremerhaven

Abitur, spielt klassische Gitarre und Klavier

Hobbies: Politik, Musik und Spazierengehen

 

Henriette Strobel

13.11.19XX, Amsterdam

Kosmetikerin, Visagistin, nahm Gesang- und Klavierunterricht

Hobbies: Eiskunstlauf, Tauchen, Inneneinrichtungsdesign

 

Louis H. Potgieter

4.4.19XX, Pretoria/Südafrika

Abschluss Grafikdesign, klassisches Ballett und Jazz- und Steptanzausbildung

Tänzer, Choreograph, Sänger, Grafiker, Visagist, spielt Klavier

Hobbies: Malen, Fitnesstraining, Modedesign, Dressman

 

Leslie Mandoki

7.1.19XX, Budapest

Jazzmusiker, studierte 4 Semester Wirtschaftswissenschaft

Sänger, Schlagzeuger, Komponist, Texter, Produzent

Hobbies: Literatur und Kochen

 

Christin Sargent-Brandt

12.12.19XX, Garmisch Partenkirchen

Sängerin, Komponistin, Tänzerin, Visagistin, studierte Gesang und Klassik

Hobbies: Modedesign, Malen, Kochen, Schlagzeug

 

Mike Toole

21.2.19XX, Islington/London

Sänger, Produzent, Komponist, spielte in diversen Musicals

Hobbies: Musik, Komponieren, Schlafen, liebt Laurel und Hardy Filme



Bei der Vorentscheidung zum Grand Prix d'Eurovision 1986. Die D.K. Family belegte einen achtbaren 2. Platz.

1995 - Japan

Im Jahr 1995 war die Begeisterung für Dschinghis Khan in Japan immer noch so groß, dass die Gruppe - die zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr existierte - zu TV-Aufnahmen ins Land der aufgehenden Sonne eingeladen wurde. Louis war zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben, Wolfgang und Henriette waren nicht zu einem Comeback zu bewegen. So reisten also Edina, Steve und Leslie als Dschinghis Khan in den Fernen Osten und lieferten eine umjubelte Vorstellung ab - auch wenn nicht mehr alle ganz sicher in den Texten und der Choreografie waren...

 

2005 - Reunion in Moskau

Dschinghis Khan waren über Jahre hinweg nicht mehr als eine schöne Erinnerung im Gedächtnis einiger Fans. Nach dem mehr oder weniger missglückten Experiment "Dschinghis Khan Family" verschwand die Band 1987/88 endgültig in der Versenkung. Endgültig? Nein!

 

Was keiner zu hoffen gewagt hätte, zeichnete sich im Sommer 2005 als Möglichkeit ab und wurde im Dezember 2005 tatsächlich Wirklichkeit: Dschinghis Khan standen wieder gemeinsam auf der Bühne! Natürlich ohne den leider 1993 verstorbenen Tänzer Louis Potgieter und - aus Fan-Sicht ebenfalls bedauerlicherweise - ohne Leslie Mandoki, der sich zwar in der Zwischenzeit zum erfolgreichsten "Ex-Khan" gemausert hat, aber auch nie ein Hehl daraus gemacht hatte, dass er Dschinghis Khan nur als Karriere-Sprungbrett betrachtet hatte.

 

Aber die übrigen "Khane" waren wieder da! Die Firma Joint Venture Concerts, die seit vielen Jahren erfolgreich Tourneen für die verschiedensten internationalen Musik-Größen organisiert, trat an Steve Bender heran, der wiederum seine Kontakte zu Edina Pop, Henriette Strobel und Wolfgang Heichel nutzte und den früheren Kollegen den Gedanken an eine "Reunion in Concert" schmackhaft machte.

 

Unter größter Geheimhaltung wurde das Reunion Konzert geplant - in Moskau! Denn in Russland gab und gibt es neben Japan die größte Fan-Gemeinde der deutschen Pop-Band. Der Radiosender Retro FM veranstaltete am 17. Dezember 2005 ein großes Konzert in der riesigen Olympijski-Arena in Moskau. Dschinghis Khan traten im Rahmen dieses Konzertes als Haupt-Act vor annähernd 30.000 begeisterten russischen Zuschauern auf.

 

Dabei wurden die vier Original-Mitglieder durch drei Gaststars ergänzt. Daniel Käsling, Stefan Track und Ebru Kaya (Bild oben Mitte) teilten sich die Aufgabe, die früher Louis Potgieter als "tanzender Khan" innegehabt hatte. Sie übernahmen die tänzerischen Showteile und sorgten für Stimmung, während die "Alt-Khane" sich auf ihren Part konzentrieren konnten. 

 

Das Reunion Konzert wurde ein sensationeller Erfolg. Das russische Fernsehen ORT 1 strahlte über Satellit weltweit aus. Im Anschluss an Moskau wurde die Band und das Management mit Anfragen für Auftritte und Tourneen aus aller Welt überhäuft.  Das Reunion-Konzert, das zunächst als einzelner Auftritt geplant war, entwickelte sich zum Auftakt eines Erfolg versprechenden Comeback-Versuches. Es folgten Auftritte in der Mongolei, in Russland und einigen anderen ehemaligen Sowjet-Republiken. Unterstützt werden die Original-Khane dabei von einer Gruppe exzellenter Musical-Tänzer und -Sänger unter der Bezeichnung “The Legacy of Genghis Khan”.


Mit dem Auftritt in der ZDF-Show "Willkommen bei Carmen Nebel" im Mai 2007 präsentierten sich Dschinghis Khan & The Legacy of Genghis Khan auch erstmals wieder einem Millionenpublikum in Deutschland. Kurz davor veröffentlichten die Khane mit "7 Leben" das erste Album seit "Corrida" aus dem Jahr 1983.

 

Seither treten die drei Original-Khane, verstärkt durch die Mitglieder der "Legacy of Genghis Khan" um den inzwischen um Vollmitglied aufgestiegenen Claus Kupreit immer wieder in den größten Hallen vor einem begeisterten Publikum auf - leider fast ausschließlich in Russland...